Staatliches Institut für Musikforschung
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Digitale Sammlungen
des Staatlichen Instituts für Musikforschung
Preußischer Kulturbesitz

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Collection:
Zeitschriften
Structure type:
periodical
Title:
Archiv für Musikwissenschaft
Sub title:
AfMw
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Periodical volume
Title:
Archiv für Musikwissenschaft, Siebenter Jahrgang 1925
Date:
1925
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Extent:
520
Shelfmark:
C 30/4,7
Physical location:
Staatliches Institut für Musikforschung, Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Chapter
Title:
Neuerscheinungen I.
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PURL:
https://digital.sim.spk-berlin.de:443/viewer/image/783919026-07/155/
/Hl' Neuerscheinungen Verlag von Martin Breslauer, Berlin Hercole Bottrigari, 11 Desiderio overo de’ concerti di varii strumenti musicali, Venetia 1594. Mit Einleitungen und Anmerkungen herausgegeben von Kathi Meyer, Berlin 1924 (Veröffentlichungen der Musikbibliothek Paul Hirsch, Frank furt a. M., unter Mitwirkung von Paul Hirsch herausgegeben von Johannes Wolf, Heft 5) 31 und 51 S. 4°. Ercole Bottrigari gehört in die vorderste Reihe jener glänzenden Renaissancepersönlich keiten, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Kunst und Wissenschaft in Italien im Anschluß andieAntike zu einer bewundernswerten Blüte geführt haben. Schon in seiner Jüng lingszeit tut er sich in seiner Heimat Bologna als Mathematiker und Astronom hervor und entfaltet zugleich eine rege literarische Tätigkeit, wirft sich dann unter den nachhaltigen Eindrücken der Kunstpflege am Hofe zu Ferrara 1575 — 1586 auf die Theorie des Theater baus und der Musik und bekleidet schließlich den musiktheoretischen Lehrstuhl an der Universität zu Bologna. Von da ab hat er sich in engem Verkehr mit dem bedeutenden Musiker Ann. Melone fast ausschließlich musikalischen Studien hingegeben, und zwar als Übersetzer antiker Musikschriftsteller, als Historiker und als Theoretiker. Bezeich nend ist, daß er dabei gleich den meisten seiner Fachgenossen auch für die Kunst seiner eigenen Zeit ein warmes Herz hat. Der „Desiderio“ aber erschien zu einer Zeit, da eben die Monodie ihre jungen Schwingen zu regen begann; seine Neuausgabe war daher ein besonders glücklicher Gedanke. Tatsächlich geht der Dialog von einem großen vokal-instrumentalen Konzert der da maligen Gegenwart aus, dessen orchestralen Teil in seiner Reichhaltigkeit — Clavi- cembalo, Spinett, drei Lauten, viele Violen, Posaunen, 2 Zinken, 2 Violinen, verschiedene Flöten, Arpa doppia und eine Lira — lebhaft an Monteverdi’s Besetzung im „Orfeo“ gemahnt. Daran schließt sich ein breiter Abschnitt über das Stimmen der Instrumente an, der für die Geschichte der Instrumente wichtig ist, natürlich unter vorsichtiger Heran ziehung der antiken Lehre von den Klanggeschlechtern und Tetrachorden; auch auf die „musica finta“ wird näher eingegangen. Die Seitenblicke auf die gegenwärtige Musik fehlen auch hier nicht: den „Modernen“ wirft Bottrigari vor, sie übersähen nur zu häufig den Unterschied zwischen dem weltlichen und dem geistlichen Stil und suchten außer dem mehr durch Massen als durch richtige Auswahl der Instrumente zu wirken. Es folgen dann längere Ausführungen über die Einteilung des Tonsystems, ausgehend vom Monochord, aber auch unter Berufung auf zeitgenössische Theoretiker wie Fogliano, Pietro Aron, Lanfranco, Vinc. Galilei, Zarlino und Salinas. Das Wichtigste aber sind die Ausführungen über die Musikpflege am Hofe zu Ferrara mit seinen beiden gleichfalls sehr voll besetzten Kapellen, der eigentlichen herzoglichen und der aus Damen bestehenden der Herzogin, und seinen seltsamen Instrumenten, wie namentlich hier Vicentino’s Archicembalo. Bottrigari gibt ein sehr lebendiges Bild von der Tätigkeit und vor allem auch von der Disziplin dieses von Fiorino und Luz- zaschi geleiteten Kunstkörpers, dessen Proben der Herzog selbst häufig anwohnte. Das alles ist ja bereits bekannt, dagegen hebt Bottrigari auch die zahlreichen Pilgerzüge, namentlich aus Frankreich und Flandern, nachdrücklich hervor, die Italien mit ihren auswendig gesungenen, einfach gesetzten Liedern erfüllten und dadurch der Monodie den Weg bahnten. Außerdem werden Komödiantentruppen erwähnt, besonders aus Padua, die die Zwischenakte von Komödien mit ihren Gesängen so erfolgreich ausfüllten, daß sie schließlich auch in den Akten selbst an allen möglichen Stellen ihre Gesangs künste spielen ließen. Wichtig ist endlich auch die Bologneser Handwerkergilde der Rivarnoli, die sich des Abends nach getaner Arbeit zum einfachen Liedgesang zusammen finden und unter der Anleitung von Musikern allerhand Gelegenheitsmusiken veran 10*
  • Archiv für Musikwissenschaft
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  • Archiv für Musikwissenschaft, Siebenter Jahrgang 1925
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  • Title page
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  • Table of contents
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  • Sachs, Curt, Ein babylonischer Hymnus.
    [1]
  • Jahn, Fritz Die Nürnberger Trompeten- und Posaunenmacher in 16. Jahrhundert.
    [23]
  • Wolf, Johannes, Lieder aus der Reformationszeit.
    [53]
  • Noack, Elisabeth, Die Bibliothek der Michaeliskirche zu Erfurt.
    [65]
  • Helfert, Vladimir, Zur Entwicklungsgeschichte der Sonatenform.
    [117]
  • Neuerscheinungen I.
    [147]
  • Berichtigungen
    156
  • Handschin, Jacques, Zum Crucifixum in carne.
    [161]
  • Besseler, Heinrich, Studien zur Musik des Mittelalters I.
    [167]
  • Kinsky, Georg, Doppelrohrblatt-Instrumente mit Windkapsel.
    [253]
  • Lott, Walter, Zur Geschichte der Passionsmusiken auf Danziger Boden.
    [297]
  • Müller, Erich H., Zum Repertoire der Hamburger Oper von 1718 bis 1750.
    [329]
  • Neuerescheinungen II
    [334]
  • Mitteilungen
    336
  • Geutebrück, Robert, Über Form und Rhythmus des älteren deutschen Volksgesanges.
    [337]
  • Wolf, Johannes, Nachtrag zu der Studie "Lieder aus der Reformationszeit"
    [412]
  • Werner, Theodor W., Neunter Jahrestag des Instituts für musikwissenschaftliche Forschung (19.-21. Juni 1925).
    [413]
  • Neuerscheinungen III
    415
  • Ludwig, Friedrich, Die mehrstimmige Messe des 14. Jahrhunderts.
    [417]
  • Brück, Paul, Gluck's Orpheus und Eurydike.
    [436]
  • Schreiber, Karl Friedrich Verzeichnis der musikalischen Werke von Jos. Kraus.
    [477]
  • Neuerscheinungen IV
    [495]
  • Namen- und Sachregister
    501
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