Staatliches Institut für Musikforschung
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Digitale Sammlungen
des Staatlichen Instituts für Musikforschung
Preußischer Kulturbesitz

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Collection:
Zeitschriften
Structure type:
periodical
Title:
Archiv für Musikwissenschaft
Sub title:
AfMw
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Periodical volume
Title:
Archiv für Musikwissenschaft, Fünfter Jahrgang 1923
Date:
1923
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Extent:
375
Shelfmark:
C 30/4,5
Physical location:
Staatliches Institut für Musikforschung, Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Chapter
Title:
Harms, Gottlob, Zur Kritik der Lübeck-Ausgabe.
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PURL:
https://digital.sim.spk-berlin.de:443/viewer/image/783919026-05/284/
Zur Kritik der Lübeck-Ausgabe 261 grundsätzlich mit Lerrn Prof. Or. Seiffert, — daß man die landläufige Äarmonielehre nicht zur Richtlinie für die kritische Sichtung eines älteren Kunstwerkes zu machen braucht, wobei ich, wenn nicht der Zustimmung des Wissenschaftlers, so doch zweifelsohne der des Listorikers gewiß bin. Größeres Anheil hat die nivellierende Land S. 4, T. 9 angerichtet, wo statt des 68" ein cis" gefordert wird. Man bedenke die vor der vollen Kurve des Gänsekiels bei flüchtiger Schreibart nickt unschwer sich ähnlich werdenden Zeichen, höre und urteile! — Zu S. 6, T. II; S. 9, T. 18; S. 9, T. 24 und S. 10, T. 27 f. findet sich der Vorwurf, Noten in falscher Oktavlage gegeben zu haben. Ganz „abgesehen von der Aufzeichnung der Tabulatur, die meist meine Lesart bestätigt — die Ökonomie der Kompositionstechnik, die andere Stellungen verbietet, hintangesetzt: Daß man die musikalische Logik des letzten Falls (des bei weitem schwerstwiegenden) ohne irgendwie sichtbare Begründung bezweifle, scheint mir im Ernste unfaßbar! — Die angeblich korruinpierten Takte 5 und 6 auf Seite 9 sind eine zweifellos originale Stelle. Man sehe nur die analogen Partien S. 10, Takt 2/3 und T. 15/16. Ausere Wendung ist nur darin unterschiedlich behandelt, daß hier das Thema selbst die Figurierung auffängt. Die Beanstandung des Sprunges im Basse k—c bedarf gewiß keines Kommentars — müßten doch viele Bässe beanstandet werden. Die schier abenteuerliche Krönung der kritischen Ergebnisse endlich ist in der Korrektur zum letzten Takt auf S. 9 zu erblicken. Da verlangt Prof. vr. Seiffert vom Fugenthema einen unerhörten, lähmenden Rhythmuswechsel. Ich wage, gestützt auf die öftere Wieder kehr des unversehrten Fugenthemas, den gewiß nicht unbescheidenen Einwand, ob nicht hier der Diskant nach dem Rhythmus der Oberstimme des vorhergehenden Taktes verschrieben sein könnte? Bei dem Jargon der folgenden Auslassungen vergeht mir der Atem. Nur soviel, daß es der 3. Takt in der Trompeteneinleitung der ersten Kantate ist, wo die vielen „Fehler wimmeln". — And zur Beanstandung ineiner Notierungsweise dieses: Ich habe mich be- müht, die Stimmen klar zu verteilen, wie es Neudrucke nicht immer, wie es die Tabulatur mit der erforderlichen Anzahl von Zeilen eben unübertrefflich tut, habe indes, wo es mir nötig und tunlich schien, auch die Verteilung auf die Lände berücksichtigt. Wenn Lerrn Prof, vr. Seiffert darin nicht Genüge getan schien, so hätte ich seine Vorschläge, in sachlicher Form geboten, gern entgegenommen. Wenn er, was ihm nicht passend schien, als Fehler rügt, so ist das unlauter. (Nur um 13 Fehler verzeichne» zu können? — So sei denn gesagt, daß nach der „Neuen Lamburger Zeitung" dieses Stück 20 Fehler enthielt!!) — Wenn aber behauptet wird, der Lerausgeber wisse nicht, was ein Manualwechsel sei, so sind mir meine Orgel- und Orgelliteraturstudien zu lieb, um sie Lerrn Prof. Or. Seiffert bei dieser Gelegen heit zu servieren, will sagen, es gibt eben kein höfliches Wort mehr, um dem Lerrn Schul meister zu antworten. Ich muß also erklären, von meinen Lesarten bei der Durchsichtigkeit der vom Rezensenten angeführten Fälle in nicht einem Punkte weichen zu können. Da die Verbreitung der Lübeck- ausgabe die Erwartungen Lerrn Prof. Dr. Seiffert's weit zu übersteigen scheint, werden ja Nachprüfungsmöglichkeiten Dritter in vollem Maße vorhanden sein. Im Übrigen wird es genügen zu erfahren, daß Lübeck sich schon selbst verteidigt: Das lebendigste Interesse der Organisten und viele Dutzende begeistert aufgenommener Auf führungen (auch zwei seiner Kantaten wurden bereits mehrfach aufgeführt) sind Beweise genug für die heute noch wirkende Fruchtbarkeit seines Schaffens. G o t t l i e b Lärms. Entgegnung Es ist sehr dankenswert, daß sich Lerr Lärms in der Sache noch einmal bemüht. Eine Verständigung zwischen uns ist unmöglich: für ihn bedeutet ja doch die Entscheidung der „Oberleitung" die unverrückbare Richtschnur seiner Erkenntnis, während ich mir die ketzerische Freiheit nehme, Lübeck nicht als „Leiligen", sondern als Glied in der Kette der geschichtlichen Entwickelung zu betrachten. In allen berührte» textkritischen Fragen durch Nachprüfung der Quellen nunmehr Stellung zu nehmen, überlasse ich den Fachmusikern, die es angeht. Mit ihnen bin ich gern bereit, mich des Näheren auseinander zu setzen. Max Seiffert.
  • Archiv für Musikwissenschaft
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  • Archiv für Musikwissenschaft, Fünfter Jahrgang 1923
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  • Title page
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  • Table of contents
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  • Handschin, Jacques, Die ältesten Denkmäler mensural notierter Musik in der Schweiz.
    [1]
  • Ursprung, Otto, Vier Studien zur Geschichte des deutschen Liedes. II. Die Mondseer Liederhandschrift und Hermann, der Münch von Salzburg.
    [11]
  • Abert, Hermann, Wort und Ton in der Musik des 18. Jahrhunderts.
    [31]
  • Schumann, Erich Schumann, Die Garten'schen Beiträge zur Vokallehre.
    [71]
  • Neuerscheinungen I.
    74
  • Mersmann, Hans, Grundlagen einer musikalischen Volksliedforschung. III. Vergleichende Melodienbetrachtung.
    [81]
  • Lachmann, Robert, Die Musik in den tunisischen Städten.
    [136]
  • Schumann, Erich, Die Förderung der Musikwissenschaft durch die akustisch-psychologische Forschung Carl Stumpf's.
    [172]
  • Neuerscheinungen II.
    [177]
  • Lachmann, Robert, Die Musik in den tunisischen Städten - Notenbeilagen.
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  • Ludwig, Friedrich, Die Quellen der Motetten ältesten Stils, I.
    [185]
  • Werner, Th. W., Andreas Crappius. Ein Beitrag zur hannoverschen Kantorengeschichte.
    [223]
  • Walter, Georg A., Der richtige Gesangunterricht.
    [257]
  • Harms, Gottlob, Zur Kritik der Lübeck-Ausgabe.
    260
  • Seiffert, Max, Entgegnung.
    261
  • Neuerscheinungen III.
    [262]
  • Ludwig, Friedrich, Die Quellen der Motetten ältesten Stils, II.
    [273]
  • Ursprung, Otto, Vier Studien zur Geschichte des deutschen Liedes. III. Wolflin von Lochammer's Liederbuch, ein Denkmal Nürnberger Musikkultur um 1450.
    [316]
  • Koßmann, Friedrich, Die Melodie des "Wilhelmus von Nassouwe" in den Lautenbearbeitungen des XVII. Jahrhunderts.
    [327]
  • Werner, Th. W., Musikwissenschaftliche Tagung in Bückeburg am 19., 20. und 21. Juni.
    [332]
  • Neuerscheinungen IV.
    [334]
  • Lott, Walter, Namen- und Sachregister.
    [341]
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