Staatliches Institut für Musikforschung
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Digitale Sammlungen
des Staatlichen Instituts für Musikforschung
Preußischer Kulturbesitz

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Collection:
Zeitschriften
Structure type:
periodical
Title:
Archiv für Musikwissenschaft
Sub title:
AfMw
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Periodical volume
Title:
Archiv für Musikwissenschaft, Fünfter Jahrgang 1923
Date:
1923
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Extent:
375
Shelfmark:
C 30/4,5
Physical location:
Staatliches Institut für Musikforschung, Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Chapter
Title:
Walter, Georg A., Der richtige Gesangunterricht.
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PURL:
https://digital.sim.spk-berlin.de:443/viewer/image/783919026-05/283/
freundlichen Nachbarn im Westen überlassen. Wenn ich einen zarten Ton (namentlich in der Höhe) singen will, werde ich mir aber beileibe nicht einreden, daß ich Kopf stimme singen will. Denn die Hauptsache ist und bleibt, daß ich die Funktion des gestellten Kehlkopfes mit weitem Schlund, wie auch die Funktion des weichen Gaumen segels nicht verändern will. Bei alledem ist natürlich immer erste Bedingung: Atem bereitschaft. Sagt mir Einer dann, ich hätte soeben Kopfstimme gesungen, so soll er Recht haben. Mit uneingeschränkter Befriedigung habe ich dann die Abschnitte 17 : Stimmeinsatz und Stimmansatz, 22: Der weiche Gaumen, 24: vom gestellten Kehlkopf und den Halsmuskeln, 25: dem „Atemverhalten" gelesen. Reverey weist hervorragende umfang reiche Kenntnisse, besonders im Physiologischen auf. Für den eingeweihten Pädagogen und kenntnisreichen Sänger enthält seine Schrift viel Anregendes. Manches habe ich aber auch mit einem Fragezeichen versehen müssen. Ich erwähne hier nur die 2 Stellen Seite 81 und 83, wo er die Vokale „u" und „o" in Hinblick auf ihre Ausführung folgendermaßen umschreibt: „Die Lippen sind nach vorn zu schieben und zu runde n." Zu runden? was heißt das? Wie leicht kommt man da in das geschlossene „u", das wir in der Sprache sprechen, mit kleiner runder Mundöffnung. Dieses „u" wäre nicht entwicklungsfähig, außerdem würde es die oben von mir angeführte Funktion verändern. Ich halte dem entgegen, ein „u" mit breiter, lächelnder Mundstellung zu singen mit der Llnterlippe fast ein wenig über die unteren Schneidezähne. Dann lenke man bei weitem Schlund und gestelltem Kehlkopf die klingende Luftsäule dem Nasen rachen entgegen. Mich dünkt das wäre die richtige Funktion für das „u" ; so gleicht man diesen Vokal dem i, e und a völlig an. Nach allem Gesagten kann man Eingeweihten das Buch von Reverey wohl zur anregenden Lektüre empfehlen. Das Selbstunterrichten nach diesem oder einem andern derartigen Buche wird aber wohl in den seltensten Fällen positive Ergebnisse zeitigen. Jur Kritik der Lübeck-Ausgabe (U g r i n o, A b t e i l u n g Verlag) Ich begrüße es, daß Herr Prof. Dr. Seiffert durch seine Kritik der von mir heraus gegebenen Werke Vincent Lübeck's im Aprilheft des „Archiv für Musikwissenschaft" Gelegen heit genommen hat, den Feststellungen des anonymen „Berliner Musikgelehrten", die bereits vor mehr als Jahresfrist — am Vorabend des ersten, umfassenderen Orgelkonzertes, auf dem ich die Hauptwerke Lübeck's durch den Leipziger Thomasorganisten Günther Rami» in .Hamburg einführen ließ — in der damaligen „Neuen Hamburger Zeitung" erschienen, einen festeren Hintergrund zu geben. Seinerzeit wurde meine Ausgabe abgeurteilt, indem man sich begnügte, von den einzelnen Stücken die Fehleranzahl ohne irgendwelche Erläuterungen zu verzeichnen — eine rechte Stimulanz für Konzertbesucher. Ich vermied es begreiflicherweise, den Quellen nachzugehen. Es tut mir leid, daß Prof. Dr. Geistert auch im „Archiv für Musikwissenschaft" glaubt, die Angelegenheit nach bewährter Methode erledigen zu können, indem er die Autorität und das Richtmaß a priori für sich oder für seine philologischen Prinzipien in Anspruch nimmt. Da diese sich bei der Textkritik des Lübeck in einigermaßen merkwürdigen Formen darbieten, kann ich wohl nicht umhin, die beträchtlichen Blüten seiner Lese zu kommentieren. Gleich zu Anfang (S. 3, Takt 8 und 9) wird der erste geniale Hügel abgetragen: „Sextakkord!" — und an die Stelle tritt eine geruhsame Sattheit, die keineswegs in das Stück gehört, und die Prof. Dr. Seiffert mit triftigen Gründen wohl kaum wird verteidigen können. — Das erste c des untersten Systems auf S. 3, T. ll gehört selbstverständlich ins Pedal. Ein köstlicher Auftakt der zweiten Pedalstimme, und das Motiv in der linke» Hand endet ohne Rundung wie seine Imitation in der rechten. Abgesehen von ästhetischen Gründen ist das c eigens zu diesem Zwecke mit der allerdings nur noch mühsam erkennbaren Vor zeichnung „Ped" und einem Bindebogen, der seine Zeile an Fie der unteren Pedalnote kettet, versehen. Die recht bedeutungslose Oktavenparallele (S. 4, T. 5) und den unvor bereiteten Vorhalt (S. 5 T. 6) habe ich stehen lassen, weil ich sie einem entstellten Noten bild vorziehe. Denn ich bin in der Tat der Meinung — und hierin differiere ich vielleicht
  • Archiv für Musikwissenschaft
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  • Archiv für Musikwissenschaft, Fünfter Jahrgang 1923
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  • Title page
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  • Table of contents
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  • Handschin, Jacques, Die ältesten Denkmäler mensural notierter Musik in der Schweiz.
    [1]
  • Ursprung, Otto, Vier Studien zur Geschichte des deutschen Liedes. II. Die Mondseer Liederhandschrift und Hermann, der Münch von Salzburg.
    [11]
  • Abert, Hermann, Wort und Ton in der Musik des 18. Jahrhunderts.
    [31]
  • Schumann, Erich Schumann, Die Garten'schen Beiträge zur Vokallehre.
    [71]
  • Neuerscheinungen I.
    74
  • Mersmann, Hans, Grundlagen einer musikalischen Volksliedforschung. III. Vergleichende Melodienbetrachtung.
    [81]
  • Lachmann, Robert, Die Musik in den tunisischen Städten.
    [136]
  • Schumann, Erich, Die Förderung der Musikwissenschaft durch die akustisch-psychologische Forschung Carl Stumpf's.
    [172]
  • Neuerscheinungen II.
    [177]
  • Lachmann, Robert, Die Musik in den tunisischen Städten - Notenbeilagen.
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  • Ludwig, Friedrich, Die Quellen der Motetten ältesten Stils, I.
    [185]
  • Werner, Th. W., Andreas Crappius. Ein Beitrag zur hannoverschen Kantorengeschichte.
    [223]
  • Walter, Georg A., Der richtige Gesangunterricht.
    [257]
  • Harms, Gottlob, Zur Kritik der Lübeck-Ausgabe.
    260
  • Seiffert, Max, Entgegnung.
    261
  • Neuerscheinungen III.
    [262]
  • Ludwig, Friedrich, Die Quellen der Motetten ältesten Stils, II.
    [273]
  • Ursprung, Otto, Vier Studien zur Geschichte des deutschen Liedes. III. Wolflin von Lochammer's Liederbuch, ein Denkmal Nürnberger Musikkultur um 1450.
    [316]
  • Koßmann, Friedrich, Die Melodie des "Wilhelmus von Nassouwe" in den Lautenbearbeitungen des XVII. Jahrhunderts.
    [327]
  • Werner, Th. W., Musikwissenschaftliche Tagung in Bückeburg am 19., 20. und 21. Juni.
    [332]
  • Neuerscheinungen IV.
    [334]
  • Lott, Walter, Namen- und Sachregister.
    [341]
  • Endsheet
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  • Farbinformation
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