Staatliches Institut für Musikforschung
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Digitale Sammlungen
des Staatlichen Instituts für Musikforschung
Preußischer Kulturbesitz

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Collection:
Zeitschriften
Structure type:
periodical
Title:
Archiv für Musikwissenschaft
Sub title:
AfMw
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Periodical volume
Title:
Archiv für Musikwissenschaft, Fünfter Jahrgang 1923
Date:
1923
Place of publication:
Leipzig Google Maps
Extent:
375
Shelfmark:
C 30/4,5
Physical location:
Staatliches Institut für Musikforschung, Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Collection:
Musikwissenschaftliche Periodica: Allgemeine
Structure type:
Chapter
Title:
Walter, Georg A., Der richtige Gesangunterricht.
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PURL:
https://digital.sim.spk-berlin.de:443/viewer/image/783919026-05/280/
Der richtige Gesangunterricht Von Georg A. Walter, Berlin-Zehlendorf Hin ist ein heikles Unterfangen in der heutigen Zeit über die Art, wie der Gesailg- ^ unterricht zu erteilen ist, letzte für alle Zeiten festzusetzende Gesetze aufzustellen. Die Verwirrung ist groß unter Gesangspädagogen und Physiologen, die Auffassungen (zumal was die Namensnennung verschiedener gesanglicher Funktionen im Stimm organismus — siehe Register — anbetrifft) unendlich verschieden. An Gesangsschulen leiden wir dabei keinen Mangel, man braucht nur an die von Julius Stockhausen und Julius Hey zu erinnern, von den vielen weniger bekannten ganz zu schweigen. And doch kann selbst die beste Gesangsschule für den Selbstunterricht (ohne An- leitung eines Lehrers) niemals genügen. Es giebt beim Singen Funktionen, die wohl durch klare Erläuterungen verständlich gemacht werden können; aneignen kann sie sich der beginnende Gesangsschüler ohne Anleitung eines guten Lehrers aber nie, »veil das klangliche Resultat, das durch eine ganz bestimmte Muskeleinstellung erwirkt wird, eben nur einzig und allein durch Hören (also durch Vermittlung des Ohres) ermöglicht werden kann. Man könnte also behaupten, eine Gcsangsschule hätte für den Selbstunterricht überhaupt keine Daseinsberechtigung. Auf die Frage meiirer Schüler: „Wie lerne ich kunstgemäß singen" habe ich stets mit dem .Hinweis auf Zwerchfell und Nasenrachenraum geantwortet und hinzugefügt, nur darauf käme es hauptsächlich an; dafür brauche man keine dicken Bücher über Gesangsschulen zu schreiben. Will man dem Gesangsbefliffenen ein Buch an die Hand geben, durch das er sick- geistig anregen lassen will und das ihn beschäftigen soll, dann schwebt mir als schönstes Vorbild dazu ein Buch vor, das t it ganz kurzen Sähen bestimmte Funktionen und Prinzipien der Gesangstütigkeit umschreibt, die für's ganze Leben zu beachten sind, wie etwa: a) Achte stets auf die Atembereitschaft. k>) Verändere nie den gleichmäßigen Atemzustrom. c) .Halte den Weg durch den Kanal hinter de»» Zäpfchen stets nach oben offen, daß die Resonanz im Nasenrachenraum erzeugt »vird. ck) Achte auf die Mindestentfernung der beiden Zähnenreihen bei lockerem Anterkiefer. e) .Halte den Zungenrücken meist flach, die Spitze der Zunge an den vorderen Anterzähncn. f) Gieb jedem Ton die Stühe durch das Zlverchfell, dann kannst du auch leicht den Kehlkopf dauernd tief halten, ohne Ge»valtsamkeit. Derartige Grundsätze, die, wenn die Funktionen schon fest eingebürgert sind, und der Schüler seine absolute Ruhe fiir ihre Beherrschring bewahrt, vielleicht nicht einmal mehr das dauernde praktische Beispiel des Lehrers in der Gesangstiinde erfordern, könirtc ich beliebig vermehren. Mein Büchlein würde aber nicht über ein Taschen format hinausgehen, sodaß man es iminer bequem bei sich tragen könnte; mehr ist nicht nötig. Die Hauptsache kommt eben auf die Fähigkeit des tüchtigen und selbst geübten Lehrers an, alles bildvoll und verständlich vormachen zu können. Daher mögen alle jene, die selbst nicht singen können, lieber den Gcsanglehrerberuf meiden! Doch da es keine Behörde giebt, die ihnen diese Berufsausübung verbieten kann, bleibt das nur ein fromnier Wunsch.
  • Archiv für Musikwissenschaft
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  • Archiv für Musikwissenschaft, Fünfter Jahrgang 1923
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  • Title page
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  • Table of contents
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  • Handschin, Jacques, Die ältesten Denkmäler mensural notierter Musik in der Schweiz.
    [1]
  • Ursprung, Otto, Vier Studien zur Geschichte des deutschen Liedes. II. Die Mondseer Liederhandschrift und Hermann, der Münch von Salzburg.
    [11]
  • Abert, Hermann, Wort und Ton in der Musik des 18. Jahrhunderts.
    [31]
  • Schumann, Erich Schumann, Die Garten'schen Beiträge zur Vokallehre.
    [71]
  • Neuerscheinungen I.
    74
  • Mersmann, Hans, Grundlagen einer musikalischen Volksliedforschung. III. Vergleichende Melodienbetrachtung.
    [81]
  • Lachmann, Robert, Die Musik in den tunisischen Städten.
    [136]
  • Schumann, Erich, Die Förderung der Musikwissenschaft durch die akustisch-psychologische Forschung Carl Stumpf's.
    [172]
  • Neuerscheinungen II.
    [177]
  • Lachmann, Robert, Die Musik in den tunisischen Städten - Notenbeilagen.
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  • Ludwig, Friedrich, Die Quellen der Motetten ältesten Stils, I.
    [185]
  • Werner, Th. W., Andreas Crappius. Ein Beitrag zur hannoverschen Kantorengeschichte.
    [223]
  • Walter, Georg A., Der richtige Gesangunterricht.
    [257]
  • Harms, Gottlob, Zur Kritik der Lübeck-Ausgabe.
    260
  • Seiffert, Max, Entgegnung.
    261
  • Neuerscheinungen III.
    [262]
  • Ludwig, Friedrich, Die Quellen der Motetten ältesten Stils, II.
    [273]
  • Ursprung, Otto, Vier Studien zur Geschichte des deutschen Liedes. III. Wolflin von Lochammer's Liederbuch, ein Denkmal Nürnberger Musikkultur um 1450.
    [316]
  • Koßmann, Friedrich, Die Melodie des "Wilhelmus von Nassouwe" in den Lautenbearbeitungen des XVII. Jahrhunderts.
    [327]
  • Werner, Th. W., Musikwissenschaftliche Tagung in Bückeburg am 19., 20. und 21. Juni.
    [332]
  • Neuerscheinungen IV.
    [334]
  • Lott, Walter, Namen- und Sachregister.
    [341]
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